Stundensatz berechnen – kostenloser Rechner für Freelancer

Stundensatz Rechner für Freelancer und Selbstständige: Berechne deinen Mindest-Stundensatz und empfohlenen Stundensatz auf Basis von Wunscheinkommen, Betriebskosten, Steuerquote und realistischer Auslastung – kostenlos.

Christoph Ballmer Erstellt und geprüft von Christoph Ballmer
Arbeitszeit
Akquise, Buchhaltung, Admin, Weiterbildung
Kosten & Steuern
Büro, PKV, Software, Versicherungen
ESt + ggf. GewSt: ca. 25–40 %
Leerstand, Zahlungsausfälle, Verhandlungsspielraum

Stundensatz berechnen – so funktioniert die Formel

Der Stundensatz ergibt sich aus zwei Größen: dem Jahresumsatz-Bedarf (Wunscheinkommen netto + Steuer + Sozialabgaben + Betriebskosten) und den tatsächlich abrechenbaren Jahresstunden.

Stundensatz = Jahresumsatz-Bedarf ÷ abrechenbare Stunden

Die abrechenbaren Stunden sind der entscheidende Hebel. Von 365 Kalendertagen bleiben nach Wochenenden, Feiertagen, Urlaub, Krankheit und nicht-abrechenbarer Zeit (Akquise, Buchhaltung, Weiterbildung) realistisch nur 800–1.400 abrechenbare Stunden pro Jahr übrig. Wer hier zu optimistisch rechnet, setzt den Stundensatz automatisch zu niedrig an.

Mindest-Stundensatz vs. empfohlener Stundensatz

Es lohnt sich, zwei Werte zu unterscheiden – genau diese Trennung nimmt auch der Rechner oben vor:

BegriffBedeutungEnthält
Mindest-StundensatzUntergrenze, bei der du gerade deine Kosten deckstWunscheinkommen + Steuer/Sozial + Betriebskosten
Empfohlener Stundensatz (Angebotssatz)Der Satz, den du tatsächlich anbieten solltestMindestsatz + Gewinnzuschlag + Puffer (10–15 %)
TagessatzFür Kunden, die in „Daily Rate“ denkenStundensatz × Arbeitsstunden pro Tag

Der Gewinnzuschlag ist die Reserve für Investitionen, Rücklagen und magere Monate. In der Praxis liegt er häufig zwischen 15 und 60 % – Einsteiger kalkulieren eher knapp, etablierte Selbstständige schlagen mehr auf. Wichtig: Dein berechneter Satz ist deine interne Kalkulationsgrenze, nicht zwingend der Marktpreis. Liegt der Markt höher, nimm den Markt; liegt er tiefer, prüfe Kosten und Auslastung.

Von 365 Tagen zu den abrechenbaren Stunden – Schritt für Schritt

Die meisten unterschätzen, wie wenige Stunden am Ende wirklich abrechenbar sind. So schrumpft ein volles Kalenderjahr auf die fakturierbare Zeit zusammen:

PositionTageverbleibend
Kalendertage365365
− Wochenenden−104261
− Feiertage (Ø)−11250
− Urlaub−25225
− Krankheit (Ø)−10215
− Weiterbildung−15200
= mögliche Arbeitstage200
− nicht abrechenbar (≈ 30 %: Akquise, Buchhaltung, Admin)−60140
= abrechenbare Tage140
× 8 Stunden≈ 1.120 abrechenbare Stunden

Diese Zahlen sind Richtwerte – wer Vollzeit fakturiert und wenig Akquise braucht, landet höher (bis ~1.400 h), wer viel Eigenmarketing betreibt, deutlich tiefer (Richtung 800 h).

Vollständiges Rechenbeispiel

Eine selbstständige UX-Designerin möchte 60.000 € netto pro Jahr verdienen. So baut sich ihr Stundensatz auf:

PositionBetrag / Wert
Wunscheinkommen (netto)60.000 €
+ Steuer- & Sozialquote (30 %)+ 25.714 € (Hochrechnung auf Gewinn vor Steuer)
= benötigter Gewinn vor Steuer≈ 85.714 €
+ Betriebskosten (Software, Versicherung, Büro)+ 8.000 €
= Mindest-Jahresumsatz≈ 93.714 €
÷ abrechenbare Stunden1.120 h
= Mindest-Stundensatz≈ 84 €/h
+ Gewinnzuschlag & Puffer (15 %)× 1,15
= empfohlener Stundensatz≈ 96 €/h (Tagessatz ≈ 770 €)

Rechnet sie dagegen naiv 60.000 € ÷ 1.600 Stunden = 37,50 €, deckt der Satz weder Steuer noch Ausfallzeiten – ein klassischer Kalkulationsfehler. Der Unterschied zwischen 37,50 € und 96 € zeigt, warum die abrechenbaren Stunden und die Steuerquote so wichtig sind.

Typische Freelancer-Stundensätze in Deutschland 2026

Branche / ProfilStundensatz (Median)Tagessatz (8h)
IT / Softwareentwicklung100–140 €800–1.120 €
Data Science / KI110–160 €880–1.280 €
UX / Webdesign75–110 €600–880 €
Marketing / SEO60–95 €480–760 €
Texter / Redaktion50–80 €400–640 €
Unternehmensberatung120–200 €960–1.600 €
Projektmanagement85–130 €680–1.040 €

Quelle: Freelancermap-Stundensatzstudie 2025/2026 · Durchschnitt aller Branchen: ~103 €/h.

DACH-Vergleich: Wo der Markt höher zahlt

Der durchschnittliche Stundensatz unterscheidet sich spürbar nach Land. Wer remote auch im DACH-Raum anbietet, sollte das einpreisen:

LandØ Stundensatz 2026
Deutschland~103 €
Österreich~101 €
Schweiz~133 €

Der unterschätzte Faktor: Nicht-abrechenbare Zeit

Wer den Stundensatz nur aus Wunscheinkommen ÷ Jahresstunden berechnet, landet zu niedrig. In der Praxis verbringen Selbstständige 25–40 % der Arbeitszeit mit Tätigkeiten, die sich nicht in Rechnung stellen lassen:

Versicherungen & Vorsorge realistisch einplanen

Als Selbstständiger trägst du die volle Sozialvorsorge selbst – das gehört zwingend in die Kalkulation. Typische Jahresspannen zur Orientierung:

PositionKosten pro Jahr (Richtwert)
Kranken- & Pflegeversicherung4.200–9.000 €
Altersvorsorge / Rentenversicherung1.200–6.000 €
Berufsunfähigkeitsversicherung400–2.400 €
Berufshaftpflicht150–1.000 €

Die gesetzliche Krankenversicherung berechnet den Beitrag für freiwillig Versicherte aus dem Gewinn (Mindestbemessungsgrundlage und Beitragsbemessungsgrenze beachten); in der privaten KV ist der Beitrag einkommensunabhängig. Die genauen Beitragssätze legt der GKV-Spitzenverband bzw. dein Versicherer fest.

Steuer: Wie viel muss ich einplanen?

Als Selbstständiger oder Freiberufler fallen folgende Steuerposten an:

SteuerartSatzHinweis
Einkommensteuer14–45 %progressiv (§ 32a EStG), ab ~12.000 € zu versteuerndem Einkommen relevant
Solidaritätszuschlag0–5,5 %erst oberhalb der Freigrenze (§ 3 SolzG)
Gewerbesteuerca. 7–17 %nur Gewerbetreibende; Freibetrag 24.500 € (§ 11 GewStG)
Umsatzsteuer (MwSt.)19 % (7 %)durchlaufender Posten – kein echter Einkommensverlust

Als Faustregel gelten 25–35 % Steuer- & Sozialquote für Einkommen zwischen 40.000–90.000 € Gewinn. Freiberufler (z. B. Texter, Berater, Entwickler im freien Beruf) zahlen keine Gewerbesteuer; reine Gewerbetreibende profitieren ab 24.500 € Gewinn vom Freibetrag.

Stundensatz vs. Tagessatz vs. Festpreis

Viele Kunden und Plattformen arbeiten mit Tagessätzen („Daily Rate“). Der Tagessatz ist schlicht Stundensatz × Arbeitsstunden pro Tag – bei 100 €/h und 8 h ergibt das 800 €. Bei klar umrissenen Projekten kann ein Festpreis attraktiver sein: Du kalkulierst den Aufwand mit deinem Stundensatz, packst einen Risikopuffer drauf und verkaufst das Ergebnis, nicht die Zeit. Schneller arbeiten erhöht dann deinen effektiven Stundenlohn, statt ihn zu senken.

Verwandte Rechner für Selbstständige

Richtwerte ohne Gewähr. Steuerliche Angaben basieren auf dem Rechtsstand 2026 und ersetzen keine Steuerberatung. Individuelle Werte können je nach Branche, Region und persönlicher Situation abweichen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Mindest-Stundensatz und empfohlenem Stundensatz?

Der Mindest-Stundensatz deckt nur deine Kosten – Wunscheinkommen, Steuer, Sozialabgaben und Betriebskosten geteilt durch die abrechenbaren Stunden. Der empfohlene (Angebots-)Stundensatz legt darauf einen Gewinnzuschlag und einen Puffer von etwa 10–15 % für Rücklagen, Investitionen und magere Monate. Unter den Mindestsatz solltest du dauerhaft nicht gehen, anbieten solltest du den empfohlenen Satz.

Was ist ein Gewinnzuschlag und wie hoch sollte er sein?

Der Gewinnzuschlag ist der Aufschlag über die reine Kostendeckung hinaus – er finanziert Rücklagen, Investitionen und Wachstum. In der Praxis liegt er häufig zwischen 15 und 60 %. Einsteiger kalkulieren eher knapp, etablierte Selbstständige mit gefragtem Profil schlagen deutlich mehr auf. Im Rechenbeispiel führt ein Zuschlag von 15 % von 84 € auf rund 96 € pro Stunde.

Ist der Stundensatz für Freiberufler und Gewerbetreibende gleich zu berechnen?

Die Formel ist identisch, die Steuerlast unterscheidet sich aber: Freiberufler (etwa Texter, Berater, Entwickler im freien Beruf, Ärzte) zahlen keine Gewerbesteuer. Gewerbetreibende zahlen Gewerbesteuer, profitieren aber vom Freibetrag von 24.500 € Gewinn pro Jahr (§ 11 GewStG) und können die Gewerbesteuer teilweise auf die Einkommensteuer anrechnen. Plane die Gewerbesteuer in deine Steuerquote ein, wenn du gewerblich tätig bist.

Warum ist mein berechneter Stundensatz höher als gedacht?

Weil die abrechenbaren Stunden viel niedriger sind als die Gesamtarbeitszeit. Von 365 Kalendertagen bleiben nach Wochenenden, Feiertagen, Urlaub, Krankheit, Weiterbildung und 25–40 % nicht-abrechenbarer Zeit (Akquise, Buchhaltung, Admin) oft nur rund 1.000–1.200 fakturierbare Stunden. Dazu kommen Steuer, Sozialabgaben und Vorsorge, die du als Selbstständiger komplett selbst trägst. Genau das treibt den Satz nach oben.

Was ist ein Stundenverrechnungssatz?

Stundenverrechnungssatz ist der betriebswirtschaftliche Begriff für den Stundensatz, vor allem im Handwerk und bei Betrieben mit Mitarbeitenden. Er setzt sich zusammen aus fixen Kosten, variablen Kosten und kalkulatorischem Unternehmerlohn plus Gewinnzuschlag, geteilt durch die abrechenbaren (produktiven) Stunden. Für Solo-Selbstständige ist er gleichbedeutend mit dem hier berechneten Stundensatz.

Soll ich lieber nach Stunden oder zum Festpreis abrechnen?

Bei klar umrissenen Projekten ist ein Festpreis oft attraktiver: Du kalkulierst den Aufwand mit deinem Stundensatz, schlägst einen Risikopuffer auf und verkaufst das Ergebnis statt der Zeit. Arbeitest du dann schneller, steigt dein effektiver Stundenlohn. Bei offenem oder schwer schätzbarem Umfang ist die Stundenabrechnung sicherer, weil du jede geleistete Stunde vergütet bekommst.

Wie berechne ich meinen Stundensatz als Freelancer?

Addiere Wunscheinkommen (hochgerechnet auf Brutto) + Betriebskosten, teile das Ergebnis durch die realistisch abrechenbaren Jahresstunden. Bei 60.000 € Nettowunsch, 30 % Steuerquote, 3.000 € Betriebskosten und 1.000 abrechenbaren Stunden ergibt das rund 90 € / Stunde als Mindest-Stundensatz.

Wie viele Stunden im Jahr kann ich als Freelancer verrechnen?

Realistisch sind 800–1.400 abrechenbare Stunden pro Jahr. Von 260 möglichen Arbeitstagen gehen Urlaub (ca. 25 Tage), Krankheit (ca. 10 Tage), Feiertage (ca. 11 Tage) und nicht-abrechenbare Zeit für Akquise, Buchhaltung und Weiterbildung (ca. 30 %) ab.

Was ist ein guter Stundensatz in Deutschland?

Der Durchschnitt liegt laut Freelancermap 2026 bei rund 103 €/Stunde. IT und Softwareentwicklung erzielen 100–140 €, Unternehmensberater 120–200 €, Designer und Marketer 60–110 €. Der Stundensatz hängt stark von Branche, Erfahrung und Auslastung ab.

Wie viel Steuer muss ein Freelancer einplanen?

Als Faustregel gelten 25–35 % Steuer- und Sozialquote bei einem Jahresgewinn zwischen 40.000–90.000 €. Darin enthalten sind Einkommensteuer und ggf. Gewerbesteuer. PKV-Beiträge (350–700 €/Monat) kommen als separate Betriebskosten dazu.

Was ist der Unterschied zwischen Stundensatz und Tagessatz?

Der Tagessatz ist schlicht Stundensatz × Arbeitsstunden pro Tag. Bei 100 €/h und 8h/Tag beträgt der Tagessatz 800 €. Viele Kunden und Plattformen kommunizieren lieber Tagessätze (Daily Rate). In der IT und Beratung sind Tagessätze von 800–1.600 € marktüblich.

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