Kleinunternehmer-Rechner 2026 – § 19 UStG Grenze prüfen

Kleinunternehmer-Rechner 2026: Prüfe, ob du die neue Umsatzgrenze (25.000 €/100.000 €) nach § 19 UStG erfüllst und berechne deine MwSt-Einsparung durch die Kleinunternehmerregelung – kostenlos.

Christoph Ballmer Erstellt und geprüft von Christoph Ballmer
Neue Schwellenwerte ab 2025 (§ 19 UStG) Vorjahresumsatz ≤ 25.000 € · Prognose laufendes Jahr ≤ 100.000 €
Ihr Gesamtumsatz im letzten Kalenderjahr
Realistischer Jahres-Umsatz laufendes Jahr
Steuersatz, den du ohne KU-Regelung ausweisen müsstest

Kleinunternehmerregelung 2026 – die beiden Umsatzgrenzen nach § 19 UStG

Seit dem 1. Januar 2025 gelten durch das Jahressteuergesetz 2024 deutlich höhere Umsatzgrenzen für die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG). Sie bleiben auch 2026 unverändert. Für die Kleinunternehmer-Eigenschaft müssen beide Grenzen gleichzeitig eingehalten werden:

SchwellenwertBis 2024Ab 2025/2026Art der Grenze
Gesamtumsatz Vorjahr (§ 19 Abs. 1 UStG)22.000 €25.000 €Ist-Umsatz, netto
Gesamtumsatz laufendes Jahr50.000 €100.000 €harte Grenze (keine Prognose mehr)

Wichtigste Neuerung 2025: Die 100.000 € sind eine feste Umsatzgrenze, keine Prognoseentscheidung mehr. Sobald der laufende Jahresumsatz diese Grenze überschreitet, endet die Kleinunternehmer-Eigenschaft sofort ab dem Umsatz, mit dem die Grenze überschritten wird. Alle Umsätze bis zu diesem Punkt bleiben umsatzsteuerfrei, ab dem überschreitenden Umsatz gilt die Regelbesteuerung mit ausgewiesener Umsatzsteuer.

Wer zum 1. Januar 2026 die Grenzen erfüllt, kann ab diesem Datum die Regelung anwenden – auch wenn er im Vorjahr noch regelbesteuert war.

Gründung unterjährig: Grenze gilt nicht mehr anteilig hochgerechnet

Bei einer Gründung mitten im Jahr galt früher eine 12-tel-Hochrechnung: Der erzielte Umsatz wurde auf ein volles Jahr hochgerechnet und gegen die Grenze geprüft. Diese Hochrechnung entfällt seit 2025. Im Gründungsjahr zählt der tatsächlich erzielte Ist-Umsatz gegen die volle 25.000 €-Grenze – unabhängig davon, ob die Tätigkeit im Januar oder erst im November aufgenommen wurde.

FallBis 2024 (alte Regel)Ab 2025/2026
Start im Juli, 18.000 € UmsatzHochrechnung: 18.000 € × 12/6 = 36.000 € → über alter 22.000 €-Grenze18.000 € Ist-Umsatz → unter 25.000 €, Kleinunternehmer bleibt möglich
Start im November, 6.000 € UmsatzHochrechnung auf 36.000 € → Grenze gerissen6.000 € Ist-Umsatz → klar unter 25.000 €

Die neue Logik begünstigt Gründerinnen und Gründer spürbar: Ein starker Jahresend-Umsatz kostet nicht mehr automatisch den Kleinunternehmer-Status.

Rechenbeispiel: Wie viel spart die Kleinunternehmerregelung?

Der „Vorteil" der Regelung hängt vor allem von der Kundenstruktur ab. Beispiel: Eine Web-Designerin macht 20.000 € Umsatz im Jahr, hauptsächlich mit Privatkunden, und hat 3.000 € betriebliche Ausgaben mit Vorsteuer (Software, Hardware).

PositionAls KleinunternehmerMit Regelbesteuerung
Rechnungspreis an Privatkunden20.000 € (ohne USt.)23.800 € (20.000 € + 19 % USt.)
An das Finanzamt abzuführen0 €3.800 € Umsatzsteuer
Vorsteuer aus 3.000 € Ausgaben (19 %)nicht abziehbar− 479 € erstattet
USt-Voranmeldung & Jahreserklärungentfälltlaufender Aufwand

Ergebnis: Bei Privatkunden kann die Designerin entweder 20.000 € statt 23.800 € verlangen (Preisvorteil) oder denselben Bruttopreis nehmen und die 3.800 € behalten – abzüglich der nicht abziehbaren 479 € Vorsteuer. Hätte sie dagegen vor allem vorsteuerabzugsberechtigte Geschäftskunden und hohe Investitionen, wäre die Regelbesteuerung günstiger: Die Kunden holen sich die 19 % über ihre eigene Vorsteuer zurück, und sie selbst zieht die 479 € Vorsteuer ab.

Wann lohnt sich die Kleinunternehmerregelung?

SituationEher KleinunternehmerEher Regelbesteuerung
Kundenstrukturüberwiegend Privatkunden (B2C)überwiegend Geschäftskunden (B2B)
Betriebliche Investitionengeringhoch (Vorsteuer-Erstattung lohnt)
Verwaltungsaufwandmöglichst einfachlaufende USt-Buchhaltung machbar
Umsatzniveaunahe der 25.000 € / unter 100.000 €klar wachsend über die Grenzen hinaus

Faustregel: Die Regelung lohnt sich besonders für Freelancer und Gewerbetreibende mit überwiegend Privatkunden und wenig betrieblichen Investitionen.

Kleinunternehmer: Vor- und Nachteile

AspektVorteilNachteil
Rechnungsstellung Einfacher: kein USt-Ausweis, keine MwSt-Abführung Keine Vorsteuer aus Eingangsrechnungen abziehbar
Privatkunden (B2C) Günstigerer Endpreis = Wettbewerbsvorteil
Geschäftskunden (B2B) B2B-Kunden können keine Vorsteuer ziehen → Nachteil
Buchführung Keine Umsatzsteuervoranmeldung, seit 2024 auch keine USt-Jahreserklärung Bei Investitionen: kein Vorsteuerabzug

Entlastung seit 2024/2025: Kleinunternehmer müssen grundsätzlich keine Umsatzsteuer-Jahreserklärung mehr abgeben. Ausnahmen bestehen nur in Sonderfällen (z. B. innergemeinschaftliche Erwerbe oder auf ausdrückliche Aufforderung des Finanzamts).

Kleinunternehmer ist nicht gleich Kleingewerbe

Beide Begriffe werden oft verwechselt, regeln aber völlig Verschiedenes: Die Kleinunternehmerregelung betrifft die Umsatzsteuer, das Kleingewerbe betrifft das Gewerbe- und Buchführungsrecht. Man kann beides gleichzeitig sein – oder nur eines von beiden.

KriteriumKleinunternehmerKleingewerbe
Rechtsgrundlage§ 19 UStG (Umsatzsteuer)HGB / Gewerberecht (Buchführung)
Maßgeblich istUmsatzgrenzen 25.000 € / 100.000 €Art & Umfang des Geschäftsbetriebs
Gilt füralle Rechtsformen & Freiberuflernur Gewerbetreibende
Kernvorteilkeine Umsatzsteuer ausweiseneinfache Buchführung (EÜR) genügt

Was muss auf einer Kleinunternehmer-Rechnung stehen?

Kleinunternehmer dürfen keine Umsatzsteuer ausweisen und müssen einen Hinweis auf der Rechnung aufführen, z. B.:

„Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet." oder ausführlich „Kein Ausweis der Umsatzsteuer aufgrund der Anwendung der Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG."

Alle übrigen Pflichtangaben nach §§ 14, 14a UStG gelten weiterhin: Rechnungsnummer, Ausstellungsdatum, Leistungsbeschreibung, vollständige Adressen von Aussteller und Empfänger, Steuernummer oder USt-IdNr. Weist ein Kleinunternehmer versehentlich Umsatzsteuer aus, schuldet er den ausgewiesenen Betrag dem Finanzamt (§ 14c UStG).

Wechsel zur Regelbesteuerung & 5-Jahres-Bindung

Wer die Umsatzgrenzen überschreitet, wechselt automatisch zur Regelbesteuerung. Wird die Vorjahres-Grenze von 25.000 € überschritten, entfällt die Kleinunternehmer-Eigenschaft für das gesamte Folgejahr. Wird die 100.000 €-Grenze unterjährig gerissen, endet sie sofort für den überschreitenden und alle weiteren Umsätze.

Man kann auch freiwillig auf die Regelung verzichten und zur Regelbesteuerung optieren – etwa bei hohen Anfangsinvestitionen oder reinem B2B-Geschäft. An diesen Verzicht ist man dann mindestens 5 Jahre gebunden (§ 19 Abs. 3 UStG), bevor ein Rückwechsel möglich ist.

EU-Kleinunternehmerregelung (§ 19a UStG)

Seit 2025 können inländische Unternehmer die Kleinunternehmerregelung über ein besonderes Meldeverfahren auch in anderen EU-Mitgliedstaaten nutzen, solange der EU-weite Gesamtumsatz 100.000 € nicht übersteigt. Verwaltet wird das Verfahren vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt); Teilnehmer melden ihre Umsätze quartalsweise. Damit ist grenzüberschreitendes Arbeiten ohne ausländische Umsatzsteuer-Registrierung möglich.

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Angaben ohne Gewähr auf Basis § 19 UStG i. d. F. des JStG 2024. Stand: 2026. Dieser Rechner ersetzt keine individuelle Steuerberatung.

Häufige Fragen

Ist die 100.000-Euro-Grenze 2026 eine Prognose oder eine feste Grenze?

Seit 2025 ist die 100.000-Euro-Grenze für das laufende Jahr eine harte, feste Umsatzgrenze – keine Prognose mehr. Sobald dein tatsächlicher Jahresumsatz diese Grenze überschreitet, endet die Kleinunternehmer-Eigenschaft sofort ab dem überschreitenden Umsatz. Umsätze bis zu diesem Punkt bleiben umsatzsteuerfrei, ab dem überschreitenden Umsatz musst du Umsatzsteuer ausweisen und abführen.

Wie wird die Umsatzgrenze im Gründungsjahr berechnet?

Im Gründungsjahr zählt seit 2025 der tatsächlich erzielte Ist-Umsatz gegen die volle 25.000-Euro-Grenze. Die früher übliche Hochrechnung auf einen Jahreswert (12tel-Regelung) entfällt. Wer z. B. erst im Oktober startet und bis Jahresende 12.000 Euro umsetzt, bleibt unter 25.000 Euro und kann Kleinunternehmer sein – unabhängig davon, was hochgerechnet herauskäme.

Was ist der Unterschied zwischen Kleinunternehmer und Kleingewerbe?

Der Kleinunternehmer ist ein umsatzsteuerlicher Status nach § 19 UStG (du weist keine Umsatzsteuer aus). Das Kleingewerbe ist ein gewerbe- und buchführungsrechtlicher Begriff (vereinfachte Buchführung per EÜR statt Bilanz). Beides ist unabhängig voneinander: Man kann Kleinunternehmer und Kleingewerbetreibender zugleich sein, nur eines von beidem oder keines. Freiberufler können Kleinunternehmer sein, sind aber kein Gewerbe.

Muss ich als Kleinunternehmer eine Umsatzsteuererklärung abgeben?

Grundsätzlich nein: Seit dem Veranlagungszeitraum 2024 müssen Kleinunternehmer keine jährliche Umsatzsteuererklärung mehr beim Finanzamt einreichen. Das ist eine deutliche bürokratische Entlastung. In Sonderfällen – etwa bei innergemeinschaftlichen Erwerben, Reverse-Charge-Leistungen oder auf ausdrückliche Aufforderung des Finanzamts – kann dennoch eine Abgabe verlangt werden.

Kann ich als Kleinunternehmer in anderen EU-Ländern umsatzsteuerfrei verkaufen?

Ja, seit 2025 gibt es die EU-Kleinunternehmerregelung (§ 19a UStG). Über ein besonderes Meldeverfahren beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) kannst du die Befreiung auch in anderen EU-Mitgliedstaaten nutzen, solange dein EU-weiter Gesamtumsatz 100.000 Euro nicht übersteigt. Die Umsätze werden dabei quartalsweise gemeldet.

Wie hoch ist die Kleinunternehmergrenze 2025?

Seit dem 1. Januar 2025 gelten neue Grenzen: Der Vorjahresumsatz darf 25.000 € nicht übersteigen (alt: 22.000 €), und der voraussichtliche Umsatz im laufenden Jahr darf 100.000 € nicht überschreiten (alt: 50.000 €). Beide Grenzen wurden durch das Jahressteuergesetz 2024 angehoben.

Was passiert, wenn ich die 25.000 €-Grenze überschreite?

Überschreitest du im Vorjahr die 25.000 €-Grenze, kannst du im Folgejahr keine Kleinunternehmerregelung mehr anwenden. Du wechselst dann automatisch zur Regelbesteuerung und musst auf deinen Umsätzen Umsatzsteuer ausweisen und abführen. Ein freiwilliger Wechsel zurück zur KU-Regelung bindet dich mindestens 5 Jahre an die Regelbesteuerung.

Lohnt sich die Kleinunternehmerregelung?

Ja, wenn deine Kunden hauptsächlich Privatpersonen (B2C) sind: Du kannst günstigere Preise anbieten, weil du keine MwSt. aufschlagen musst. Nachteil: Du kannst keine Vorsteuer aus Eingangsrechnungen geltend machen. Bei hohen betrieblichen Kosten oder hauptsächlich B2B-Kunden lohnt sich oft die Regelbesteuerung mehr.

Was muss auf einer Kleinunternehmer-Rechnung stehen?

Kleinunternehmer dürfen keine Umsatzsteuer ausweisen und müssen auf der Rechnung vermerken: „Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet." Alle übrigen Rechnungspflichtangaben (Name, Adresse, Steuernummer, Rechnungsnummer, Datum, Leistungsbeschreibung) bleiben verpflichtend.

Kann ich als Kleinunternehmer freiwillig Umsatzsteuer ausweisen?

Nein – ein Kleinunternehmer darf ausdrücklich keine Umsatzsteuer auf Rechnungen ausweisen (§ 19 Abs. 1 UStG). Wer es dennoch tut, schuldet die ausgewiesene Steuer dem Finanzamt (§ 14c UStG), ohne sie einzubehalten. Du kannst aber freiwillig zur Regelbesteuerung wechseln.

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